ABC Masterclass Jeroen de Willigen – Rückblick

Am 11. Februar startete in PHIL vielversprechend die dreiteilige Masterclass-Reihe des ABC Architectuurcentrum Haarlem.

Marieke Mentink (CEO von Plegt-Vos) eröffnete den Abend mit ihrer persönlichen Geschichte über gutes Auftraggebertum. Eine Geschichte über ihre intrinsische Motivation, an qualitativ hochwertigen Lebensräumen zu arbeiten. Darüber, wie Kreativität nicht trotz, sondern gerade durch klare Rahmenbedingungen und Struktur entsteht. Und darüber, bei unterschiedlichen Interessen den gemeinsamen Anspruch im Blick zu behalten – und den Mut zu haben, immer wieder darauf zurückzusteuern.

Dieser gemeinsame Anspruch klang auch im Vortrag von Jeroen de Willigen an. Er nahm das Publikum mit in das Dorf seiner Jugend – mit der Eisbahn als sozialem Treffpunkt – über seine Liebe zu Büchern, die bei seinem Großvater begann, bis hin zum öffentlichen Raum als kollektive Verantwortung. Er plädierte für die verbindende Rolle des Architekten zwischen Auftraggeber, Bauunternehmen und Gesellschaft. Ein entwerfender Ansatz als das Öl zwischen diesen unterschiedlichen Parteien.

Es war ein Vortrag voller inspirierender Beispiele, vielfach aus der Arbeit von De Zwarte Hond. Von Paris als 15-Minuten-Stadt bis zur Suikerzijde in Groningen, wo Vision und Zusammenarbeit in räumlicher Qualität zusammenfinden.

Der Abend endete mit einer Geschichte über Herbie Hancock und Miles Davis, in der die Kraft der Großzügigkeit im Mittelpunkt stand. Während eines Solos spielte Herbie einen falschen Akkord. Anstatt ihn zu korrigieren, spielte Miles eine Phrase, die dem Akkord Bedeutung verlieh. Keine Ablehnung, keine Korrektur – sondern eine Antwort, die dem Unerwarteten Raum gab und es weitertrug.

Lassen wir uns von Miles inspirieren und die Fehler anderer lösen, ohne sie zu korrigieren.

Ein vielseitiger Abend über Auftraggeberschaft, Handwerk und Zusammenarbeit. Für alle, die nicht dabei sein konnten: Die Masterclass ist hier noch einmal hier anzusehen.