De Familistère Utrecht

Utrecht Leidsche Rijn, NL

Lassen sich Monumentalität und Zirkularität verbinden?

De Familistère Utrecht

Gemeinsam mit FARO hat De Zwarte Hond die Familistère im Leidsche Rijn Centrum entworfen, dem neuen Wohngebiet in Utrecht, das sich zu einem Stadtteil mit 100.000 Einwohnern entwickelt. Der Wohnblock wird 122 Wohnungen, ein Café, Gewerbeflächen, eine Fahrradbar und einen Nachbarschaftsraum umfassen. Im Zentrum des Blocks befindet sich ein verglastes Atrium: ein vertikaler Innenhof als kollektiver Treffpunkt, inspiriert vom utopischen Wohnkonzept des 19. Jahrhunderts von Godin. Der Block besteht aus vier Gebäuden, die sich in Fassadenrhythmus, Plastizität und Materialität unterscheiden. Das durchgehende Sockelgeschoss sorgt für Zusammenhalt und Kontinuität im Straßenbild. Alle Wohnungen sind mit dem grünen Atrium verbunden und verfügen über großzügige Außenbereiche und viel Glas. Dank eines flexiblen Betonskeletts sind die Wohnungsgrößen anpassbar. Bei Konstruktion, Ausbau und Innenfassaden kommen zirkuläre Materialien zum Einsatz. Das Gründach und das Atrium sind klima-adaptiv: das gesammelte Regenwasser wird für den Innenhof genutzt, der zudem zu niedrigem Energieverbrauch und Wohnkomfort in jeder Jahreszeit beiträgt. Die Familistère ist ein Ort für gemeinschaftliches Wohnen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Gesundheit und Gemeinschaft.

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Ort
Utrecht Leidsche Rijn, NL
Umfang
8.000 m²
Auftraggeber
SBB Ontwikkelen & Bouwen, Coltavast
Disziplin
Architektur
Programm
Einzelhandel, Wohnen
Periode
2020
Status
In Entwicklung
Partner
Faro, OKRA, Nibe, Hiensch, Urban Sync, Nieman en Pieters Bouwtechniek, Parallel

Utrecht

Utrecht, Leidsche Rijn

Familistère in Guise

Berlijnplein © Lansink, V.M

Nach französischem Vorbild
Die Inspirationsquelle für dieses Projekt ist die monumentale Familistère im französischen Guise. Ein Beispiel für gemeinschaftliches Wohnen aus dem 19. Jahrhundert, gebaut von Jean-Baptiste André Godin, der ein Grundstück im Dorf Guise kaufte und dort eine Fabrik gründete. Godin schuf ein „Palais Social“, in dem jeder – vom Direktor bis zum Arbeiter – eine Wohnung mieten konnte. Das Gebäude verfügte über einen zentralen Innenhof unter einem Glasdach. Für die damalige Zeit führten die Bewohner ein komfortables und luxuriöses Leben, mit fließendem Wasser und Heizung. So realisierte Godin ein utopisches Modell des 19. Jahrhunderts und ging davon aus, dass sich die Bewohner, die auf diese Weise gemeinsam arbeiteten, lebten und ihre Freizeit verbrachten, bestmöglich entfalten konnten.

Leidsche Rijn in Entwicklung
Der neue Stadtteil Leidsche Rijn in der Gemeinde Utrecht entwickelt sich zu einem urbanen Gebiet mit 100.000 Einwohnern. Das Leidsche Rijn Zentrum bildet darin ein dicht bebautes, städtisches Quartier mit viel Raum für Parks, Schulen, Geschäfte und Kultur, ausgerichtet auf Radfahrer und Fußgänger. Kennzeichnend für dieses Viertel sind die aktiven Erdgeschosszonen und die große Vielfalt an Gebäuden. Das Gebiet besitzt eine klar definierte städtebauliche Struktur mit klassischen Straßen, die von alten europäischen Städten inspiriert sind. Die Familistère befindet sich an einem prägenden Standort in Leidsche Rijn Zentrum Ost.

Variation innerhalb eines einzigen Stadtblocks
Der Stadtblock besteht aus vier Gebäuden, entworfen von FARO und De Zwarte Hond, was ein abwechslungsreiches und dynamisches Gesamtbild schafft. Auch innerhalb der Gebäude desselben Architekturbüros gibt es Vielfalt. So entstehen vier einzigartige Gebäude innerhalb des Blocks, jedes mit eigener Rhythmik, Plintgestaltung, Farbgebung und Plastizität. Am Park Leeuwensteyn befinden sich großzügige angehängte Balkone, in den schmalen Straßen intime Loggien und am Berlijnplein eine gemauerte Rasterfassade mit dahinterliegenden Terrassen. Die durchgehende Plint sorgt für die Kontinuität des Blocks als Ganzes.

Ein grünes Atrium als Treffpunkt
Im Zentrum des Blocks liegt ein verglastes Atrium: ein vertikaler Innengarten als kollektiver Treffpunkt. Hier gibt es Platz für gemeinsames Grün, eine Orangerie, kleine Gemüsegärten entlang der Balustraden, Sitzgelegenheiten sowie Bücher- und Spieleregale. Familistère, mit dem Atrium als grünem pulsierendem Herzen, dreht sich um das Zusammenbringen der Bewohner, Begegnungen und den Aufbau einer engen Gemeinschaft.

 

Für unterschiedliche Nutzer und Bedürfnisse
Alle Wohnungen verfügen über großzügige Außenräume und viel Tageslicht. Es gibt eine große Vielfalt an Typologien für unterschiedliche Nutzergruppen wie Senioren, Alleinstehende oder junge Starter. Dazu gehören Erdgeschosswohnungen mit eigenem Eingang und Arbeitsplatz zur Straße, Maisonettes auf dem Dach, zweigeschossige Duplexwohnungen und kleinere Apartments.

Haltbarkeit der Tragkonstruktionen, Haustechnikanlagen, Raumeinteilung und Innenausstattung

Anpassung an den Klimawandel, Wasserspeicherung und Begrenzung von Hitzestress

Geschlossenes Dach sorgt für Reduktion von Wärmeverlusten und Dämmung (im Winter). Offenes Dach schafft einen offenen Gartenbereich und sorgt durch Evapotranspiration für Kühlung (im Sommer).

Zukunftssicher und klimaadaptiv
Dank eines flexiblen Betonskeletts lassen sich Wohnungsgrößen leicht anpassen. Das Tragwerk und die Außenfassaden sind äußerst zukunftssicher und halten 300 beziehungsweise 200 Jahre. Bei Konstruktion, Ausbau und Innenfassaden werden zirkuläre Materialien verwendet.
Das Gründach und das Atrium sind klimaadaptiv: Sie verhindern Hitzeinseln und Überflutungen und tragen zur Biodiversität bei. Das gespeicherte Regenwasser wird unter anderem zur Bewässerung des Atriums genutzt. Zudem trägt das Atrium zu einem niedrigen Energieverbrauch und zu Wohnkomfort in jeder Jahreszeit bei.

Ökologische, gesunde Urbanisierung

Ein Ort der Nachhaltigkeit, Gesundheit und Verbundenheit
Familistère ist ein Ort, an dem Bewohner gemeinsam wohnen, arbeiten und sich erholen können. Durch die intelligente Nutzung jedes Quadratmeters bündeln wir die Wohnbedürfnisse und vereinen mehrere Funktionen an einem Ort. Kollektives Wohnen in Leidsche Rijn mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Gesundheit und Gemeinschaft.