Healthy Ageing Campus Groningen
Die Zukunftsvision für das Gebiet Healthy Ageing Campus Groningen beschreibt ein Zukunftsbild für 2040, in dem gesundes Leben im Mittelpunkt steht. Diese Vision bietet einen Rahmen für raumplanerische, funktionale und programmatische Verbesserungen mit dem Ziel, den Campus mit den Herausforderungen der Zukunft weiterzuentwickeln und fest in der Stadt zu verankern. Der Healthy Ageing Campus hat zwei Aufgaben: Einerseits Raum für Gesundheitsversorgung, Bildung, Forschung und unternehmerische Aktivitäten bieten, andererseits ein attraktives, nachhaltiges Umfeld schaffen, in dem Gesundheit, Begegnung und Innovation im Mittelpunkt stehen. Somit reicht die Vision über das Campusgelände hinaus bis hin zur Entwicklung der Stadt und der Region in ihrer Gesamtheit. De Zwarte Hond hat die Zukunftsvision für das Gebiet Healthy Ageing Campus mit den Auftraggebern UMCG, RUG und Gemeinde Groningen in Zusammenarbeit mit den Planungsbüros Felixx und Sweco entwickelt. Das Ziel ist es, den Campus zu einem dynamischen Stadtcampus weiterzuentwickeln, auf dem Wissen, Gesundheitsversorgung und städtisches Leben untrennbar miteinander verbunden sind. Der Campus wird mit neuen Verbindungen in die Stadt, verkehrsberuhigten Straßen und einer wohldurchdachten Organisation von (Fahrrad-)Parken und Logistik durchquerbar und für alle offen. Qualitativ hochwertiges Grün, Begegnungsorte und ein engmaschiges Wegenetz schaffen mehr Möglichkeiten für Begegnung und aktive Interaktion. Maßnahmen für Klimaresilienz wie Ökologisierung und Wasserrückhaltung machen den Campus zukunftssicher, während Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Nutzungsprogramms Freiräume für Wachstum und Innovationen bieten. So entsteht ein gesunder, lebendiger und flexibler Campus, der sich sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht mit der Stadt und seinen Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickeln kann. Die Zukunftsvision für das Gebiet mit Ausnahme des Bereichs Bodenterrein wurde beschlossen.
data
- Ort
- Groningen, NL
- Umfang
- 28,3 ha
- Auftraggeber
- UMCG (Universitair Medisch Centrum Groningen), RUG (Rijksuniversiteit Groningen), Gemeente Groningen
- Disziplin
- Städtebau
- Programm
- Urbanisierungsstrategie
- Periode
- 2023-2025
- Status
- Vision
- Partner
- Felixx, Sweco
30er Jahre, Pavillons im Grünen
80er Jahre, der Bau des CMC (Centraal Medisch Complex) spiegelt den großmaßstäblichen funktionalen Ansatz der Moderne wider
Unordnung und Fahrradparken auf dem Campus
Von einer Bastion zu einem offenen, gesunden und zukunftssicheren Stadtcampus
Der Healthy Ageing Campus grenzt unmittelbar an den Osten der Innenstadt Groningens an. Seit 1903 steht hier das Krankenhaus Algemeen Provinciaal, Stads- en Academisch Ziekenhuis, das sich ursprünglich am Stadtrand befand. Mit den Stadterweiterungen entwickelte sich das Krankenhaus mehr und mehr zu einer Insel in der Stadt. Seit den Sechzigerjahren lässt sich Neubau nur über Verdichtung oder Abriss realisieren, was zu einem Zyklus von internen Umzügen und Modernisierungen führte. So verwandelte sich das Gelände in gut 120 Jahren von einem grünen Gebiet mit Pavillons in eine steinerne Bastion. Heute besteht die Aufgabe darin, Raum für Wachstum und Weiterentwicklung zu bieten und einen attraktiven, nachhaltigen Campus zu schaffen, in dem Gesundheit, Begegnung und Innovation im Mittelpunkt stehen.
1 Durchquerbarer Campus
2 Effiziente Logistik
3 Beseitigung überflüssiger Anbauten
4 Aufräumen beim Fahrradparken
5 Raum für Ökologisierung
6 Mehr Nutzungsvielfalt (auch Wohnen)
7 Gebäude-Collage, Pflege des Bauerbes
Raumplanerische Prinzipien
Die räumliche Struktur besteht aus einem Außenring, einem Innenring und einer Reihe belebter Plätze. Der Außenring schließt an das grünblaue Netz Groningens an und bietet Raum für Bewegung, Natur und die Anpassung an den Klimawandel. Der Innenring verbindet Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnen mit einem engmaschigen Netz von Wegen, grünen Innenhöfen, Grünbereichen und Durchgängen, das den Campus zu einem Gesamtkomplex verknüpft. Dieser Innenring verläuft nicht nur im Freien, sondern auch durch Gebäude hindurch, sodass innen und außen miteinander verknüpft und Wegeverbindungen ganz natürlich fortgesetzt werden.
Die Anpassung an den Klimawandel auf dem Healthy Ageing Campus ist mit einer intensiven Ökologisierung und einer Reduzierung der Versiegelung verbunden. Das Ziel ist es, mehr Bäume, Grün und Wasserrückhaltung zu schaffen. Dies alles ist nur möglich, wenn das (Fahrrad-)Parken anders organisiert wird und überflüssige Anbauten an Gebäuden beseitigt werden. Die grünen Innenhöfe bleiben offen, Gebäude erhalten Gründächer und Regengärten, Teiche und tiefer liegende bepflanzte Bereiche bieten genug Wasserrückhaltung und Abkühlung.
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Soziales Netz
Chancen für Begegnungen verbessern
Zufällige Begegnungen sind eine Grundlage für den Wissensaustausch auf dem Campus. Zur Verbesserung der Chancen für Begegnungen werden einladende „Sticky Places“ geschaffen, wo man innehalten, sich länger aufhalten und mit anderen treffen kann. Dies ermöglichen transparente Sockelbereiche, attraktive Außenräume, gute Wegeverbindungen und strategisch platzierte Knotenpunkte. Zentrale Plätze wie der Stadsplein (Stadtplatz), Noordplein (Nordplatz), Innovatieplein (Innovationsplatz), Zorgplein (Gesundheitsplatz)[Jv1.1][Jv2.1] und Fonteinplein (Brunnenplatz) sind die wichtigsten Begegnungsorte. Sie bieten Raum für einen befruchtenden Austausch zwischen Bildung, Forschung und Wirtschaft. Rund um diese Plätze liegen öffentliche Nutzungen und Campus-Einrichtungen. Der Campus ist als Healthy Ageing Environment konzipiert, eine Umgebung, die das Wohlbefinden von Nutzerinnen und Nutzern fördert und Stress verringert. Die Umgebung setzt über Wander- und Spazierrouten, informelle Spielanleitungen und grüne Ufer am Wasser Anreize für Bewegung, Sport und Entspannung.
Der Kernpunkte-Plan bildet den Rahmen für neue Entwicklungen. Die Zukunftsvision für das Gebiet mit Ausnahme des Bereichs Bodenterrein wurde beschlossen.
Raum für Weiterentwicklung
Der Kernpunkte-Plan bildet den Rahmen für Neubau und Sanierung und schafft zugleich Raum für das zukünftige Wachstum und die Weiterentwicklung des Healthy Ageing Campus. Das Nutzungsprogramm des Campus ist in verschiedene Zonen gegliedert: Gesundheitsversorgung im Süden, Bildung im Norden, Forschung an halböffentlichen Orten und Nutzungsmischung in Randbereichen. Der Campus (einschließlich des Bereichs Bodenterrein) bietet Raum für circa 132.000 m² neues Nutzungsprogramm: 64.000 m² Arbeiten und Forschung, 27.500 m² Einrichtungen und 40.500 m² Wohnen. Dafür werden historische Bauten umgenutzt und mit Neubauten kombiniert. Entlang der Allee Vrydemalaan, im Bereich Bodenterrein und an der nördlichen Spitze, dem Noordpunt, entsteht eine Mischung aus städtischen Nutzungen und Wohnen. Mit Einrichtungen wie Living Lab, Incubator und BioMed&Tech Hub finden Innovationen auf dem gesamten Campus statt. In der Umgebung der sogenannten „Sticky Places“ bringt die Nutzungsmischung Lebendigkeit und Begegnungsmöglichkeiten, vor allem über öffentliche Nutzungen in den Sockelbereichen entlang der Plätze. Am Platz Stadsplein entsteht ein Freizeit- und Erholungsort mit Zugang zum Kanal Oosterhamrikkanaal.
Ostflanke (Oostflank)
Nördliche Spitze (Noordpunt) Die Zukunftsvision für das Gebiet mit Ausnahme des Bereichs Bodenterrein wurde beschlossen.
Gemeinsam strategische Entscheidungen treffen
Die Zukunftsvision für das Gebiet zeigt, dass ein führendes Gesundheits- und Wissensinstitut auch an einem räumlich begrenzten Standort wachsen und sich weiterentwickeln kann. Die Voraussetzungen dafür sind Zusammenhalt, eine Vision und Entscheidungen mit breiter Unterstützung. Durch die gemeinsame Entwicklung einer langfristigen Vision mit unseren Auftraggebern UMCG, RUG und Gemeinde Groningen, die über alltägliche Projekte hinausreicht, ist ein Rahmen für Teilprojekte entstanden, die auf kurze, mittlere und lange Sicht angelegt sind. Damit entwickelt sich der Campus zu einem offenen, durchquerbaren Ort für die Stadt, der gesundes Leben, Lehren und Lernen und Arbeiten zusammenbringt. Strategische Maßnahmen, zum Beispiel ein neues Logistikzentrum, wohldurchdachtes (Fahrrad-)Parken und eine qualitativ hochwertige Ökologisierung, ermöglichen es, Raum und Funktionalität zusammenzubringen, um Wachstum und Weiterentwicklung mit hoher räumlicher Qualität, Nachhaltigkeit und Klimaresilienz zu verbinden.