Wie geben wir einem Viertel aus der Nachkriegszeit eine neue Mitte?
Prinses Beatrixplein Haarlem
Im städtebaulichen Entwurf und in der Architektur von De Zwarte Hond wird das Herz von Parkwijk (BEA) als offener, komfortabler und unverwechselbarer Bereich gestaltet, wobei die Dreef als prägendes Identitätselement dient. Diese lebendige Mitte ist mit den umliegenden Vierteln gut verknüpft. Eine Besonderheit des Gebiets sind die sozialen Nutzungen, die als ein zusammenhängendes System an der Allee platziert sind. Ein wichtiges Element der Planung ist der Mobilitäts-Hub, der einen Beitrag zur Funktionalität und Raumqualität der lebendigen Mitte leistet. Er stärkt den Wiedererkennungswert des Gebiets und sorgt für die Verkehrsberuhigung. In der städtebaulichen Planung sind die öffentlichen Bereiche klar definiert. Vertikale Akzente markieren und stärken die Mitte des Viertels Parkwijk. Für die Westseite wurde eine Komposition aus halboffenen Baublöcken gewählt. Dadurch entsteht ein feinmaschiges Wegenetz für den Rad- und Fußverkehr, das die Allee und den neuen Platz mit den Vierteln verknüpft. Darüber hinaus ist De Zwarte Hond für die Architektur mehrerer Wohnblöcke verantwortlich. Die Landschaftsgestaltung wurde von De Urbanisten entworfen.
data
- Ort
- Haarlem, NL
- Umfang
- 40.000 m²
- Auftraggeber
- Gemeente Haarlem, Dreef Beheer, Pré Wonen
- Disziplin
- Architektur, Städtebau
- Programm
- Einzelhandel, Wohnen, Wohnungsbaugesellschaften
- Periode
- 2022-2026
- Status
- In Entwicklung
- Partner
- De Urbanisten
- Downloads
Haarlem
Prinses Beatrixplein
Derzeit ist das Gebiet noch durch Parkplätze am Straßenrand belegt und wird die Qualität des hochwertigen Grüns nicht gut genutzt.
Die Allee Pr. Beatrixdreef ist gegenwärtig eine nicht eingefasste breite Asphaltpiste.
Neugestaltung Prinses-Beatrixplein
Der Platz Prinses Beatrixplein ist das Herzstück des aus der Nachkriegszeit stammenden Viertels Parkwijk im Stadtteil Haarlem-Oost. Das Quartier beherbergt nicht nur Wohnbauten und ein Einkaufszentrum, sondern auch eine Reihe besonderer Nutzungen wie beispielsweise Altenpflege im Reinaldahuis, die internationale Orientierungsklasse Internationale Taalklas (ITK) und ein Quartierszentrum. Das Einkaufszentrum ist heute sehr veraltet. Ein Teil der Aufgabe besteht darin, es zu modernisieren und zu einer neuen Mitte für Parkwijk umzugestalten. Die vorhandenen Qualitäten, zum Beispiel die monumentalen Bäume und das vielfältige Nutzungsprogramm, bieten viele Chancen für die Realisierung einer neuen Quartiersmitte. Dieses neue Herzstück erhält hochwertige öffentliche Bereiche und eine Nutzungsmischung aus Einkaufen, Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung sowie sozialen Nutzungen.
Zielkarte
Allee als identitätsstiftendes Element
Das Stadtviertel als Bühne
Lebendige Mitte
In der Zielkarte sind die folgenden sechs verwirklichten Ziele zusammengefasst dargestellt:
1. Allee als identitätsstiftendes Element
Die Allee stellt den wichtigsten öffentlichen Bereich und das identitätsstiftende Element des Gebiets dar. Sie ist zusammen mit dem nördlich von ihr gelegenen zentralen Platz auch der öffentlichste Bereich. Die Allee wird so grün wie möglich gestaltet und mit durchgehenden Baulinien klar begrenzt.
2. Das Stadtviertel als Bühne
Entlang der Allee (grün), um den Platz (nördlich der Allee, gelb) und entlang der Sportachse (rot) liegen die wichtigen Nichtwohnnutzungen, zum Beispiel das Einkaufszentrum, der Mobilitäts-Hub, die internationale Orientierungsklasse ITK, der Quartierstreffpunkt Huis van de Wijk und die Sporthalle. An diesen Linien sind auch die Hauptaufenthaltsbereiche im öffentlichen Raum aufgereiht. Sie stellen Verbindungsachsen zu den wichtigsten Linien und Nutzungen in der Umgebung dar.
3. Lebendige Mitte
Der Platz markiert das nördliche Ende der Allee und ist die lebendige Mitte des Viertels. Er ist der ideale Ort um Menschen aus der Nachbarschaft zu treffen und sich dort eine Weile aufzuhalten. Vom ruhigen Reinaldapark aus werden Besucherinnen und Besucher über die Allee zum Platz geleitet. Ein Großteil der Geschäfte liegt am Platz und dieser bietet viel Raum für Straßencafés und Grün. Der Platz ist von einer klaren Baulinie umgeben, die ihn begrenzt.
Verbunden
Verkehrsberuhigt
Lauschige Plätze im menschlichen Maßstab
4. Verbunden
Neue Verbindungen sorgen für eine nahtlose Anbindung an die Umgebung. Die Allee verbindet die Mitte mit dem Reinaldapark und die Sportachse verknüpft die Jac. van Looystraat mit der Louis Hartzstraat. Sehr wichtig für das Erreichen dieses Ziels ist die Querbarkeit der Straßen rund um das Planungsgebiet.
5. Verkehrsberuhigt
Bei der Umgestaltung haben Rad- und Fußverkehr Priorität. Kraftfahrzeuge umfahren das Planungsgebiet und werden in zwei Parkeinrichtungen geparkt, einer Tiefgarage unter dem Supermarkt (gestrichelt) und einem 5-geschossigen oberirdischen Mobilitäts-Hub mit ergänzenden Nutzungen im Sockelbereich (rot). Der Mobilitäts-Hub ist der Ort, an dem die Bewohnerinnen und Bewohner parken und beispielsweise Pakete abholen oder Fahrräder reparieren lassen. Er ist einer der Begegnungsorte für die Nachbarschaft. Von den Parkeinrichtungen geht man zu Fuß im öffentlichen Raum zum Wohnort. Dies fördert (spontane) Begegnungen. Das Planungsgebiet ist autofrei. Mit Kraftfahrzeugen ist es nur in Notfällen und für Standplatzinhaber zugänglich. So wird möglichst viel Raum für Grün, Sicherheit, Spiel, Begegnung und Rad- und Fußverkehr geschaffen.
6. Lauschige Plätze im menschlichen Maßstab
Die Bebauung folgt dem Charakter des öffentlichen Raums. Dieser hat eine klare hierarchische Gliederung, von breiten sehr öffentlichen Bereichen wie beispielsweise der Allee über schmalere privatere Zwischenwege und die Sportachse zu lauschigen halböffentlichen und gemeinschaftlichen Innenhöfen. Die Bebauung und der Übergangsbereich passen sich an diese unterschiedlichen Abstufungen/Öffentlichkeitsgrade an.
Aus Geschlossenheit wird Offenheit und es entwickelt sich ein offenes, gut mit den umgebenden Vierteln verbundenes Gebiet.
1. Nichtwohnnutzungen
2. Wohnnutzungen
3. Standorte und Zugänge von Tiefgarage und Mobilitäts-Hub
1. Die Nichtwohnnutzungen sind über das Gebiet verteilt
2. Ein sehr vielfältiges Wohnungsangebot führt zu einer gemischten Bewohnerschaft
3. Der gesamte Verkehr wird gleich über zwei gemeinschaftliche Parkeinrichtungen abgefangen und so entsteht ein verkehrsberuhigtes Gebiet mit viel Raum für Rad- und Fußverkehr und Grün
Mit drei vertikalen Akzenten bleiben die Bauhöhen an den Rändern des Planungsgebiets niedrig.
Blick auf den Platz von der Einkaufsstraße aus
Blick in die Allee
Beatrixplein Nordparzelle, Haarlem
Im städtebaulichen Entwurf von De Zwarte Hond wird das Herz des Beatrixplein durch das Gebäudeensemble der Nordparzelle gebildet. Der Beatrixplein wird zum lebendigen Zentrum mit starken Verbindungen zu den umliegenden Stadtteilen. Die Beatrixdreef mündet in den Platz, der auf seiner Nordseite vom Ensemble der Nordparzelle eingefasst wird. Die beiden Gebäude definieren die öffentlichen Räume deutlich. Die Eingänge zu den Geschäften und den darüber liegenden Wohnungen befinden sich an der Straßenseite. Die einzelnen Wohnungen in den oberen Geschossen werden über breite Laubengänge erschlossen, die zu den erhöhten grünen Innenhöfen hin orientiert sind.
De Zwarte Hond hat die Nordparzelle als ein zusammenhängendes Gebäudeensemble entworfen, das eine Mischung aus 268 Mietwohnungen im mittleren Preissegment, einer Tiefgarage für etwa 272 Autos sowie einem umlaufenden Erdgeschoss mit Wohnungseingängen und verschiedenen Einrichtungen umfasst.
Das Ensemble besteht aus zwei Blöcken mit jeweils einem Wohnhochturm, einer mit 11 und einer mit 13 Geschossen, die durch eine Einkaufsstraße voneinander getrennt sind. Das Erdgeschoss, mit einer Mischung aus einem DEKA-Supermarkt, Tagesgeschäften und Gastronomie, ist mit hochwertigem vorgefertigtem Beton verkleidet. Einheit entsteht durch eine klare Farb- und Materialpalette, während jede Seite des Ensembles individuell auf ihren städtebaulichen Kontext reagiert.
Der Dachgarten im zweiten Obergeschoss, entworfen von De Urbanisten, bietet den Bewohnern die Möglichkeit, die frische Luft zu genießen, und schafft eine angenehme Wohnatmosphäre sowie ein Gefühl von Gemeinschaft.


