Polis Convention: Der Grundstein liegt im Städtebau
Volle Planerlounge, gute Diskussion: Anfang MAi war De Zwarte Hond auf der Polis Convention zu Gast. In der Planerlounge und auf dem Podium haben wir darüber gesprochen, wie bereits im Städtebau der Grundstein für bezahlbares Wohnen gelegt werden muss. Drei Aspekte nehmen wir aus den vielen Begegnungen mit.
Städtebau und Hochbau früher zusammendenken. Wenn bezahlbarer Wohnraum in guter Qualität entstehen soll, reicht es nicht, erst den Bebauungsplan zu setzen und danach über Architektur zu sprechen. Städtebau und Hochbau müssen früher in gemeinsamen Phasen gedacht werden, damit in langen Prozessen Kontinuität und Vertrauen entstehen. Weg von einer Logik, die vor allem verhindert und Defizite absichert, hin zu Verfahren, die Qualität ermöglichen.
Größere Einheiten denken. Bezahlbarer Wohnraum braucht einen Maßstab, in dem Erfahrungen wirksam werden können. Größere Einheiten, die schrittweise entwickelt werden, ermöglichen Lernkurven im Projekt – vor allem, wenn sie von einem Team aus Verwaltung, politischen Entscheidungsträger:innen, Architekt:innen und Projektentwickler:innen getragen werden. So kann Qualität im Prozess überprüft, angepasst und bis in die Realisierung weiterentwickelt werden.
Prozesse vom Ziel her gestalten.Der Bauturbo kann mehr sein als ein Instrument zur Beschleunigung. Er kann echte Veränderung ermöglichen, wenn Städtebau stärker vom Ziel her – von den konkreten Gebäuden – entworfen wird und dabei ausgehend von der Frage, welche Qualität entstehen soll, vermeidet primär zwischen Belangen abzuwägen. Das ist eine grundlegend andere Rolle als die eines Angebotsbebauungsplans: Die Dinge nicht mehr bis ins Detail regeln und „sichern“, sondern einen Möglichkeitsraum aufspannen, in dem Qualität entstehen kann.
Vielen Dank an unsere Gesprächspartner:innen Sebastian Hermann von ASTOC und Franka Schinkel von der Wohnungsbauleitstelle der Stadt Köln für die offene und anregende Diskussion mit unserem Partner Matthias Rottmann.
Danke auch an alle, die unserer Einladung zur Torte gefolgt sind und den Austausch in der Planerlounge fortgeführt haben sowie an unsere Partner:innen ASTOC, Molestina Architekten & Stadtplaner, Lorber Paul Architekten, Pilhatsch Ingenieure, RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekt:innen, studio grüngrau und 5BWS und an die polis Convention.