BWRI Sappemeer

Midden-Groningen, NL

Wie lässt sich mit einer besonderen Nutzungsmischung ein soziales und effizientes Gebäude erzielen? 

BWRI Sappemeer

De Zwarte Hond entwarf ein energieneutrales Gebäude mit einer Holzkonstruktion für das Unternehmen für Arbeit, Reintegration und Einkommen (BWRI). Zuvor war die Organisation auf drei veraltete und schlecht instand gehaltene Standorte verteilt. Das neue Gebäude vereint alle Aufgaben und Abteilungen unter einem Dach und bietet eine zugängliche, angenehme Umgebung für eine vielfältige – und teilweise verletzliche – Nutzergruppe. Bei der Gestaltung wurde sorgfältig über die Zusammenführung verschiedener Funktionen nachgedacht. Das Gebäude ist innen kompakt und effizient organisiert und bildet dennoch ein stimmiges Ganzes. Durch das gezielte Trennen und Kombinieren von Funktionen entsteht ein Ort, der sowohl einladend für Besucher als auch eine angenehme Arbeitsumgebung für Mitarbeitende ist. Das Gebäude wurde zentral auf dem Grundstück platziert und trennt auf natürliche und sichere Weise die öffentliche Außenfläche an der Vorderseite von den Logistikbereichen auf der Rückseite. Der grüne, parkähnliche Vorgarten bietet Aufenthaltsbereiche sowie Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Autos. Neben einem kompakten und kosteneffizienten Entwurf gab es hohe Nachhaltigkeitsziele. Das Gebäude ist vollständig energieneutral. Ein Großteil der vorhandenen Stahlträger wurde wiederverwendet. Die vorhandenen Betonböden wurden als Schalung für die neuen Böden verwendet. Dadurch wird der CO₂-Fußabdruck erheblich reduziert. Der Bürobereich wurde mit einer Konstruktion aus Holzböden, Dachstühlen und Säulen in einer demontierbaren Weise gebaut.

data

Ort
Sappemeer, NL
Umfang
6.000 m²
Auftraggeber
Gemeente Midden-Groningen
Disziplin
Architektur
Programm
Gewerbe & Büros, Wohlergehen
Periode
2023-2025
Status
In Entwicklung
Fotografie
Ronald Zijlstra
Partner
SWECO, Basalt, Vintis, ZRI, Sax architecten, RYSE, Marseille Buiten

Hoogezand

BWRI Sappemeer

Arbeit und Wachstum unter einem Dach
Der neue Standort des BWRI liegt am Oude Winschoterdiep. Das Gebäude ist ein prägendes Element dieses historischen Ortes. Der Entwurf nimmt Bezug auf die ehemaligen Fabrikgebäude, die hier einst standen, und verleiht dem Bau eine zeitlose und robuste Ausstrahlung.

Ursprünglich war das BWRI als Ausführungsorganisation für Arbeitssuchende und Einkommensunterstützung tätig. Inzwischen wurde das Dienstleistungsangebot um Lernplätze und Arbeitsverträge erweitert. Damit entwickelt sich das BWRI zu einem Entwicklungsbetrieb, in dem Bürgerinnen und Bürger in einer sicheren Umgebung auf eine bezahlte Beschäftigung hinarbeiten können.

Das BWRI war zuvor auf drei verschiedene Standorte verteilt, deren Gebäude veraltet und in schlechtem Zustand waren. Der Neubau bündelt die unterschiedlichen Aufgaben und Abteilungen und schafft zugleich einen zugänglichen und angenehmen Ort für eine vielfältige — und teilweise vulnerable — Nutzergruppe.

Ein zentrales Gebäude mit effizienter Raumaufteilung
Wir haben den Gesamtentwurf sorgfältig durchdacht, um einen Ort zu schaffen, der ein angenehmes Umfeld bietet und in dem die Organisation der verschiedenen Nutzungen zusammengeführt wird. Das Gebäude ist mitten auf dem Grundstück platziert. Dadurch wird an der Vorderseite Platz für einen öffentlichen Eingang mit Grünbereich und Abstellmöglichkeiten für Autos und Fahrräder geschaffen. Dieser grüne Park und die Terrasse mit (Gemüse-)Garten bilden eine Vorzone für den Eingangsbereich mit angenehmer Ausstrahlung. Der Logistikbereich, der unter anderem Laderampen, Container und den Fuhrpark der Grünflächenabteilung umfasst, liegt an der Gebäuderückseite. So entsteht eine sinnvolle Trennung der Nutzungen und erwartet die Besucherinnen und Besucher ein angenehmer Empfang.

Wir haben alles zu einer Einheit zusammengefasst, indem wir alle Nutzungen an den repräsentativen öffentlichen Eingangsbereich angrenzen lassen:

  • einen öffentlich zugänglichen Bereich (das Restaurant und den großen zusammenhängenden Arbeitsbereich)
  • einen Bereich mit Büroräumen und Besprechungsmöglichkeiten
  • einen von dieser Stelle im Gebäude aus gut erreichbaren und sichtbaren Arbeitsbereich mit Arbeitsplätzen, Produktionsstätte und Logistik- und Versandabteilung

Das Gebäude hat eine kompakte und effiziente Raumaufteilung. Die Werkstätten und Produktionsbereiche sind über einen an der Nord- und Südfassade entlang verlaufenden hellen Korridor erschlossen. Dank ihrer Anordnung rund um das Lager und die Logistik- und Versandabteilung sind die Wege kurz und sicher. So erhalten die Beschäftigten und die Klientinnen und Klienten eine direkte Verbindung zum Restaurant und Bürobereich. Begegnungen zwischen den verschiedenen Abteilungen ermöglicht das Herzstück des Gebäudes mit Luftraum und Treppenhaus. Gleichzeitig wurden bei Bedarf nutzbare reizreduzierte Erschließungswege geschaffen.

Weniger Abriss
Anstatt das Bestandsgebäude vollständig abzureißen, wurde ein großer Teil der vorhandenen Stahlfachwerke wiederverwendet. Die bestehenden Betonböden dienen als Schalung für die neuen Decken und reduzieren so den CO₂-Fußabdruck erheblich. Der Bürobereich ist in einer demontierbaren Konstruktion aus Holzdecken, Trägern und Stützen ausgeführt. Der Neubau wird in einer biobasierten Holzkonstruktion aus Stützen, Trägern und Holz-Hohlplattendecken realisiert. Diese Decken bleiben sichtbar, werden mit Masse und absorbierendem Material gefüllt und tragen so zu einer guten Akustik im Gebäude bei.

Hohe Nachhaltigkeitsambitionen umsetzen
Neben einem kompakten und kosteneffizienten Entwurf verfolgte das Projekt hohe Nachhaltigkeitsziele. Das Gebäude ist vollständig energieneutral. Die bestehende Konstruktion wurde mit gut gedämmten neuen Dächern und Fassaden ausgestattet, die eine gestalterische Einheit mit dem Neubau bilden. Die Stabilität wird durch schlanke Stahlverbände an strategischen Stellen im Gebäude sowie durch Scheibenwirkung der Decken gewährleistet, bei der einzelne Deckenelemente miteinander verbunden sind. So entstehen flexible Grundrisse, die anpassungsfähig sind und zur Zukunftsfähigkeit des Gebäudes beitragen.

Die Fassaden sind robust in Ziegel ausgeführt und erfüllen damit den Wunsch nach einem wartungsarmen Gebäude. Große Fenster stellen eine Verbindung zur Umgebung her und sorgen für viel Tageslicht in den Arbeitsbereichen.

Der Entwurf auf Grundlage des Definitiventwurfs (DO) entstand in enger Zusammenarbeit mit den Fachplanern. Durch das Überlagern und Kollidieren der verschiedenen IFC-Modelle wurde bereits in einer frühen Phase integrativ an Lösungen gearbeitet, um Ausführungsrisiken zu reduzieren.